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Qingdao, 25.09.2009
Qingdao: Gefängnis-Museum, katholische Kirche, Steinway-Flügel, Mao
Heute waren wir zeitig zum Frühstück gegangen, denn das Büffet war nur bis 9:30 Uhr geöffnet, gut gefrühstückt mit allen drum und dran, Ei, Speck, viel Gemüse, Suppe mit Einlage, kleine Krabben und... lecker. Anschließend waren wir an das Meer gegangen, um einen kleinen Ausflug mit einem Motorboot zu machen. Preis: 400 RMB, es ging ab wie die Post. Man hätte meinen können, er hätte sich selbst überholen wollen. Wir wurden kräftig
durchgeschüttelt. Dann Ende: kein Benzin mehr. Reservekanister angeschlossen und weiter ging die Raserei. Ans Fotografieren war kaum zu denken. Man war mehr damit beschäftigt, sich festzuhalten, um nicht aus dem Boot zu fliegen. Es war interessant, von der Wasserseite die Stadt und ihre Skyline zu betrachten. Dann kurze Pause bei den Kriegsschiffen: Fotos machen. Und schon ging es weiter, aber nicht weiter, sondern wieder zurück. So war die Bootsfahrt auch schnell vorbei ca. 10 Minuten, ganz schön teuer für chinesische Verhältnisse.
Danach sind wir mit dem Taxi in die ehemalige Deutsche Residenz gefahren. Deutsche Kultur muss sein, schönes Eigenheim, hätte mir auch gut gestanden. Auch Mao hatte hier geschlafen und der wusste was gute Deutsche Qualität war. Steinway-, und Büchner-Flügel und aus Stuttgart die feinsten Möbel. Sehr großzügig angelegt, mit einer großen Eingangshalle und einer breiten Treppe, die zu den Arbeitszimmern und den Privaträumen führte. Auch ein riesiger Bankettraum für viele gesellschaftliche Veranstaltungen war vorhanden.
Danach sind wir mit dem Taxi zur katholischen Kirche gefahren, wo sich die Hochzeitspaareversammeln, um Fotos für die Hochzeit
zu machen. Das ist in China ein riesiger Industrie-Markt. In Deutschland ist das anders. Hier macht man selten Hochzeit-Fotos auf öffendlichen Plätzen. Weiter dann ins Kaufhaus. Schuhe gekauft, für wen wohl? na klar, und für mich das gute Tsingtao-Bier, auch klar.
Dann zum deutschen Gefängnis. Wäre für mich etwas eng gewesen. Das lustige war, dass sie dort gerade einen Fernsehfilm drehten. Es ist eine sehr bekannte Nachmittag Krimi-Serie, die in den 30er Jahren spielt. Das Gefängnis ist heute ein Museum. Es zeigt wie zur damaligen Zeit die Gefangenen untergebracht waren, auf dünnen Reismatten. Auch sind noch viele alte Folterwerk-zeuge, Fotos aus der Zeit der Deutschen Kolonie und Zeitungsberichte zusehen. Das Wetter schön war und die Sonne schien
sind wir dann zu Fuss ins
Hotel zurück gegangen,
vorbei an alten Vergangenheiten. Schöne alte
Stadt-Villen, an kleinen Läden vorbei, an kleinen und großen Badebuchten oder Felslandschaften in verschiedenen Farben rotbraun und dunkelbraun.
Das Meer war trübe aber ruhig, die Badestellen waren mit langen Netzen abgegrenzt und gesichert. Es waren nicht viele Menschen am Strand und noch weniger im Wasser, denn die meisten Chinesen können nicht schwimmen. Einige Frauen sind in Ganzkörper-Badeanzüge gekleidet, und zwar von Kopf bis Fuss, dass nur noch der Mund und die Augen frei waren
Die Schwimmerinnen trugen zum Schutz ihrer Augen noch eine Taucherbrille. Wie man weiß, meiden die Chinesinnen die Sonne. Die Männer dagegen stellen ihren Körper mit
viel Gehabe zur Schau, etwas flachbrüstig, und ohne Haare auf der Brust. aber von guter Hautfarbe.
Die Uferpromenaden sind sehr großzügig aus- gelegt und alles ist sehr sauber. Die Reisbesen stehen gleich bereit, um einzugreifen, wenn´s
um Dreck geht, der Schuhputzer ist auch nicht weit entfernt und wartet auf Kundschaft, um die Schuhe vom Sand zu säubern.
Ein bisschen Karibik-Farben: rot, gelb, grün, etwas weit hergeholt, aber unverkennbar China und nicht Karibik.
© bild und text u.völker |
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